Am nächsten Samstag starten die Frauen des FC Breitenrain mit dem Spitzenkampf gegen den Tabellenzweiten Kirchberg in die Rückrunde (Spitalacker, 18:15 Uhr). Dank sechs Punkten Vorsprung nach der Hinrunde ist die Ausgangslage für Breitenrain gut, diese Saison den Aufstieg in die 2. Liga zu realisieren.
Im Sommer findet in der Schweiz die Fussball-Europameisterschaft der Frauen statt, an der Lia Wälti die Gastgeberinnen voraussichtlich als Captain aufs Feld führen wird. Ihre Schwester Meret will derweil noch vorher mit dem FC Breitenrain den Aufstieg in die 2. Liga schaffen. Meret Wälti ist eine von fünf Spielerinnen, die auf die Rückrunde hin zu Breitenrain gestossen sind. Zwischen 2011 und 2019 spielte Wälti bei YB in der NLA, entsprechend wertvoll ist ihr Zuzug für Breitenrain. «Ich wurde von verschiedenen Berner Vereinen angesprochen, ob ich nicht zu ihnen kommen möchte. Über Vera Dubach landete ich schliesslich bei Breitenrain, weil das am besten passte», erklärt Wälti. Und die Mittefeldspielerin zeigt sich zufrieden, wenn sie sagt: «Die Stimmung im Team ist entspannt, positiv und unterstützend. Ich fühlte mich sehr schnell als Teil des Teams.»
Neben Wälti spielen ab der Rückrunde auch Torhüterin Yolanda Graf (Wiedereinstieg nach Fussballpause), Céline Oesch (Wyler), Carla Ungerer (Zollikofen) und Maori Laubscher (Nidau) für Breitenrain. Maori Laubscher stimmt Meret Wälti darin zu, dass die Neuzugänge schnell und herzlich aufgenommen worden seien, und freut sich, bei Breitenrain zu sein: «Wir sind ein Team mit grossen Ambitionen, in dem man gefordert und gefördert wird», meint sie.
Captain Lydia Dubach nennt als eines der Ziele für die Rückrunde denn auch, die «spannenden Neuzugänge» schnell zu integrieren. Und weiter? «Der Aufstieg», sagt Dubach. Und sie zählt auf, was sie in dieser Hinsicht neben den personellen Verstärkungen zuversichtlich stimmt: «Die Ausgangslage in der Tabelle ist gut, der Spitzenkampf gleich zum Start kommt zum richtigen Zeitpunkt, dank dem Core-Athletik-Training sind wir fit, die Vorfreude auf die Rückrunde ist spürbar und im Training und in den Testspielen wird entsprechend Gas gegeben.»
Die Testspiele verliefen für Breitenrain denn auch durchaus erfolgreich, auch wenn es gegen die 1. Ligisten Biel (4:1) und Ostermundigen (6:0) Niederlagen absetzte. Wenn man sich aber vergegenwärtigt, dass beispielsweise das Frauenteam Thun Berner Oberland, seines Zeichens Tabellenführer in der 2. Liga, gegen Ostermundigen fast doppelt so hoch verlor, relativiert dies die Niederlage. Und durch deutliche Siege gegen die Zweitligisten Bethlehem (8:1) und Courrendlin-Courroux (6:1) zeigte das Team von Sonja Lundsgaard-Hansen und Andy Egli, in welche Liga es ab Sommer gehört.
Alles eitel Sonnenschein bei Breitenrain also? Nicht ganz: Lydia Dubach bedauert, wenn sie nach negativen Dingen gefragt wird, einerseits den längeren, verletzungsbedingten Ausfall ihrer Schwester Vera und andererseits, dass Andy Egli nach drei Jahren bei Breitenrain im Sommer aufhört. Egli selbst meint dazu: «Ich werde die Rückrunde mit diesem Team, das mir doch sehr ans Herz gewachsen ist, umso mehr geniessen. Und der Aufstieg zum Schluss meiner schönen Zeit auf dem Spitz wäre natürlich der perfekte Abschluss.»
Während die Fussball-Schweiz hofft, dass Lia Wälti im Sommer an der Heim-EM möglichst oft zaubern wird, dürfte ihre Schwester Meret derweil bereits vorher für den einen oder anderen magischen Moment sorgen – auf dem Spitz.
Nils Lundsgaard-Hansen